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Reaktiv oder Proaktiv - Strategischer Einsatz von WLAN im Unternehmen

Überall WLAN – nur nicht im Unternehmen?

WLAN ist inzwischen allgegenwärtig. Jedes Notebook und viele der neuen Smartphones haben selbstverständlich einen WLAN-Adapter on-board, in der Heimvernetzung ist WLAN der allgegenwärtige de-facto Standard und auch die Abdeckung durch Hot-Spots wird weltweit immer besser. Nur in den Firmennetzen fristet WLAN immer noch ein etwas stiefmütterliches Dasein. War vor Jahren noch die „No-WLAN“-Strategie durch die anfänglichen Sicherheitsmängel der WLAN-Verschlüsselung zu rechtfertigen, gilt dieses Argument spätestens seit der Einführung des WPA2-Standards 2004 nicht mehr. Aber auch seitdem hört man immer wieder die Frage nach dem eigentlichen Business-Case für WLAN innerhalb des Unternehmens, solange doch jeder Arbeitsplatz über einen Festnetzanschluss verfügt. Trotzdem entstehen durch die Anforderungen von einzelnen Nutzern oder bestimmten Anwendungen in fast allen Unternehmen mehr oder weniger unkoordiniert immer mehr WLAN-Zellen und damit Insellösungen. Aber selbst wenn die Netzwerk-Abteilung WLAN-Zugänge als Service anbietet, werden diese oft on-demand nur für einzelne Räume und dann nur für Office-Laptops bereitgestellt. Ein bedarfsgetriebenes und reaktives Wachstum der WLAN-Infrastruktur birgt die Gefahr, dass man zwar Risiken und Probleme der WLAN-Nutzung hat, aber den Nutzen nicht voll ausschöpft. Eine umfassende WLAN-Strategie haben allerdings nur wenige Unternehmen.

Eine WLAN-Strategie ist gefordert

Aber gerade eine solche Strategie ist entscheidend für die effektive Nutzung der WLAN-Technologie im Produktivbetrieb. Denn längst ist WLAN mehr als eine behelfsmäßige Verlängerung des LANs. WLAN ist eine eigenständige Netzwerk-Technologie mit völlig neuen Anwendungen. Der mobile Zugriff auf Mail, Internet und Server-Dienste vom Firmen-Laptop aus ist nur ein Teilaspekt. WLAN ist auch ein Schlüssel zur Endgeräte-Integration. Mobile Devices wie Smartphones, PDAs und neuerdings auch Netbooks können ihren Produktivitätsgewinn erst durch einen breitbandigen Netzzugang wirklich ausspielen. Schon heute ist abzusehen, dass die UMTS-Netze dazu weder genügend Bandbreite noch ausreichend Kapazität haben. Mittelfristig wird VoIP over WLAN auch die hausinterne DECT-Telefonie ganz ablösen. Dazu kommen weitere Anwendungen im Media-Streaming und in produzierenden Betrieben die verschiedensten WLAN-Nutzungen in der Automatisierung und speziell der Logistik.

Aber anders als im LAN wird Bandbreite im WLAN auch in Zukunft eine knappe Ressource bleiben, die sich auch durch Infrastruktur-Investitionen nicht beliebig erweitern lässt. Verschiedene Anwendungen innerhalb eines WLANs konkurrieren somit um Netzwerk-Kapazitäten und der parallele Betrieb von mehreren WLANs in unmittelbarer Nähe führt sogar zu gegenseitigen Störungen bis hin zu Betriebsunterbrechungen. Somit gilt es, frühzeitig die Weichen zu stellen, um zu verhindern, dass ein ungesteuerter Wildwuchs von WLANs und WLAN-Anwendungen zukünftige Entwicklung der IT und des ganzen Unternehmens behindert.

Die Eckpfeiler einer WLAN-Strategie

Dies stellt die Netzwerk-Abteilung vor einige Herausforderungen: zunächst gilt es, die für das Unternehmen in absehbarer Zukunft wirklich wichtigen WLAN-Anwendungen zu identifizieren und ggf. zu priorisieren. Basierend auf diesen Festlegungen sollte dann ein WLAN-Bandbreiten-Management bzw. ein weitergehendes Frequenz-Management etabliert werden, insbesondere wenn auch andere Funktechnologien im Unternehmen eingesetzt werden. Nur so kann sicher gestellt werden, dass Störungen in den Funknetzen frühzeitig erkannt, von vorherein vermieden bzw. zugunsten der unternehmenskritischen Anwendungen behoben werden können.

Desweiteren gilt es, einen (bei größeren Unternehmen weltweit) einheitlichen Standard für den reibungslosen WLAN-Zugang für alle Geräteklassen, nicht nur die Windows-Laptops, zu etablieren, der auch den Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens genügt. Denn eine Mobilitätsunterstützung, die es erfordert, sich an jedem Standort erst die gültige Zugangskonfiguration zu beschaffen, verursacht mehr Kosten, als sie spart. Dazu müssen die verwendeten Authentifizierungs-Protokolle, die erforderlichen Software-Komponenten und die verwendeten Verzeichnisdienste festgelegt werden. Idealerweise kann dieser Zugang mit einem firmenweiten Single-Sign-On integriert werden.

Auch die Infrastruktur des WLAN-Backbones muss strategisch geplant sein. Dies betrifft zunächst die funktechnische Ausleuchtung von einzelnen Gebäuden bis hin zu ganzen Campus-Umgebungen. Simulation im Vorfeld und die Vermessung einer erfolgten Installation sind hier ergänzende Maßnahmen. Dann erfordert die Planung eine grundsätzliche Entscheidung über die Architektur des WLAN-Backbones. Eine zentral gemanagte, ggf. Switched-WLAN-basierte Gesamtlösung, senkt die Betriebskosten eines WLAN erheblich und ist von zentraler Bedeutung für die Durchsetzung eines durchgängigen Sicherheitskonzeptes. Darüber hinaus ist dann auch eine logische Separierung des Netzes in virtuelle WLANs erforderlich. Diese ermöglicht, wie im Festnetz auch, sowohl die Trennung von verschiednen Sicherheits-Domains als auch die Durchsetzung von anwendungsspezifischen QoS-Maßnahmen. Sie vereinfacht den strukturierten Betrieb von unterschiedlichen Applikationen auf einer WLAN-Infrastruktur (z.B. Office-IT und Logistik), ist eine Voraussetzung für die Nutzung von VoIP over WLAN und ermöglicht dann ohne großen Mehraufwand auch z.B. einen separaten Internet-Zugang für Gäste und Externe.

Bei all diesen Aufgaben und Aspekten einer unternehmensweiten WLAN-Strategie kann Sie die rt-solutions.de GmbH aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in Kundenprojekten rund um WLAN und seine Anwendungen herstellerneutral beraten. Sprechen Sie uns an!

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